Kunden profitieren von Prozess-Know-how und technischer Expertise
Am Anfang eines Neuprojektes steht immer eine Zeichnung - in einem unterschiedlich frühen oder späten Produkt- oder Teile-Planungsstadium. Einige Kunden melden sich erst dann beim Hersteller, wenn die Produktentwicklung fast abgeschlossen ist, die weitaus meisten jedoch sind auf der Suche nach einem aktiven Co-Engineering und möchten die Stanz- und Feinschneide-Expertise von etampa in Anspruch nehmen.

Ideal ist es, wenn beide Seiten bereits in einem sehr frühen Entwicklungsstadium des zu fertigenden Teils miteinander sprechen, denn dann kommen der Input des Vor-Entwicklungs-Ingenieurs auf Seiten des Präzisionsherstellers und das Wissen der Produkt-Entwickler auf Kundenseite zusammen und können sich gegenseitig ergänzen. Sehr wichtig in der Kommunikation in dieser frühen Phase ist darüber hinaus der direkte Kontakt zwischen dem Vertrieb und kundenseitig dem Einkauf, zwischen Technik und Entwicklung und zwischen dem Qualitätsmanagement von Hersteller und Kunde.

Praxis-Vortests in der Frühphase
Es ist keinesfalls unüblich, dass in diesem frühen Stadium auch noch ganz grundsätzliche Überlegungen zum Teile-Design angestellt werden - beispielsweise, weil noch nicht entschieden wurde, ob das zu fertigende Teil in Variante A oder B gebaut werden soll. Nicht selten werden auch sogenannte Praxis-Vortests durchgeführt: Hierbei werden die (später zu stanzenden) Teile zunächst mechanisch bearbeitet und dabei deren Wirkweise geprüft. Das Schöne an der frühen Vor-Entwicklungsphase: sie dauert meist relativ lang, oft mehrere Jahre, geschieht ohne einen zeitlichen Druck und gibt beiderseitig Raum für kreative Gestaltungsideen.

Anforderungen genau kennen und verstehen
Aber auch dann, wenn das ganz frühe Planungsstadium bereits abgeschlossen ist und man sich bereits in der Frühphase der Teile-Entwicklung befindet, greifen Kunden gern auf die Stanz-Expertise und den technischen Input von etampa zurück. So ist sichergestellt, dass in jedem Fall stanztechnische Überlegungen mit in die Entwicklung einfließen. Hierfür ist es wichtig, Anforderungen und Funktionsweise des zu fertigenden Teils genau zu kennen und zu verstehen, denn erst dann können Funktionstoleranzen und Prüfvorschriften festgelegt werden. Ein gemeinsam erarbeitetes, optimiertes Stanzdesign wirkt sich in jedem Fall positiv aus und hat einen nachhaltigen Einfluss unter anderem auf die Konzeption der Werkzeuge, ihre Nachschleifzyklen und auf die gesamte Lebensdauer.

Nicht unerhebliches Einspar-Potenzial
Im Rahmen des Co-Engineering erfahren Kunden auch, wenn sich durch nur geringfügige Änderungen an der ursprünglichen Teileplanung die Produktivität deutlich erhöhen würde. Man denkt sich gemeinsam mit dem Kunden in das Stanzteil ein. Der erfährt unmittelbar, wenn durch veränderte Materialien oder Toleranzen günstiger produziert werden könnte, oder wenn es sich mit einem optimierten Stanzstreifen wirtschaftlicher arbeiten ließe. Oftmals ergeben sich als Resultat aus diesen Erkenntnissen Änderungen an dem zu fertigenden Teil, die für den Kunden ein nicht unerhebliches Einspar-Potenzial bedeuten. Somit hat die optimierte Produktion schlussendlich positive Auswirkungen auf den Teilepreis und damit auf die Gesamt-Investition.

Funktionalität und Einsatzort der Bauteile
Zu den Dingen, die im Rahmen des Co-Engineering geklärt werden müssen, gehören in jedem Fall Fragestellungen zur Funktionalität des Teils, denn daraus ergeben sich Anforderungen für seine Herstellung. Der Fokus des Entwicklers ist dabei stets ein anderer als der des Herstellers, und gerade deshalb ist der Austausch beinahe unabdingbar. Wichtig ist auch die Tatsache, dass der Hersteller weiß, wo und an welcher Stelle das Bauteil eingesetzt und zum Einsatz kommen wird. Ebenso umsetzungskritisch in der Produktion sind beispielsweise Ecken und Kanten des Teils; dies gilt immer dann, wenn sie funktionsrelevant sind.

Materialauswahl von großer Bedeutung
Auch über verfügbare Materialdicken, die Flexibilität in der Materialauswahl und über mögliche Toleranzen bei den Werkstoffen sollte gesprochen werden. Ein normaler Baustahl, der anschließend oberflächenbehandelt wird, kann je nach Teileanforderung unter Umständen fehleranfällig sein. In jedem Fall ist bei der Materialwahl die Grundhärte von großer Bedeutung: Nicht alle Materialien sind umformbar, und gerade, was Konturenschärfe oder die Korrosionsbeständigkeit der Materialien angeht, mag es klüger sein, von vornherein ein hartes Material zu verarbeiten anstatt ein dünneres Material im Nachhinein zu härten. Nicht zu unterschätzen sind in diesem Zusammenhang auch die Umwelteinflüsse, die sich im Laufe der Zeit an den Materialien bemerkbar machen und ihre Wirkweise stark beeinträchtigen können.

Zu den Informationen, die etampa beim Co-Enginering vom Kunden benötigt, gehört darüber hinaus eine Zeichnung, auf der die funktionsrelevanten Toleranzen angegeben sind; nicht erforderlich hingegen ist, dass bei Abgabe der ersten Zeichnung alles bis ins kleinste Detail vermessen ist. Wichtig hingegen sind Angaben zu den Oberflächenanforderungen, über Rauheiten, Kantenbeschaffenheit und Sauberkeit.

Bauteil muss messbar sein
Bei der Erstellung der „Wunschliste“ des Kunden an das zu fertigende Teil muss unbedingt ebenso berücksichtigt werden, dass das Stanz- oder Feinschneideteil auch messbar sein muss. Die Einbeziehung der Messtechnik in den Produktionsprozess ist daher unabdingbar und wird kundenseitig oftmals vernachlässigt. Kundenseitige Angaben sollten ebenfalls gemacht werden, was Stanzeinzüge betrifft und wenn es um die Bandbreiten der Materialien geht, was ihre Dicke angeht.

Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnen
etampa empfiehlt dringend, bei allen Co-Engineering-Maßnahmen eine Geheimhaltungsvereinbarung zu unterzeichnen, die für beide Seiten bindend ist und die die Basis für einen sehr offenen und vertrauensvollen Umgang miteinander darstellt. Eine zu hundert Prozent optimale Stanz- und Produktionsempfehlung kann nur dann ausgesprochen werden, wenn dem Hersteller alle Parameter eines zu fertigenden Teils bekannt sind; eine Zurückhaltung von Informationen aus Angst vor zu viel Offenheit dem Hersteller gegenüber ist immer kontraproduktiv und geht nicht selten „nach hinten“ los.

Machbarkeitsstudie
Mit der Abgabe eines Produktionsangebots zum Stanzen oder Feinschneiden geht immer auch ein so genanntes Feasibilty Commitment oder eine Machbarkeitsstudie einher. Darin werden unter anderem Fragen des Kunden beantwortet und Informationen über Radien, Toleranzen oder Materialien niedergeschrieben. Die wichtigste Information solch einer Machbarkeitsstudie ist allerdings die Aussage darüber, ob das zu produzierende Teil wie gewünscht gefertigt werden kann, oder ob es Bereiche gibt, die nochmals besprochen werden müssen, weil sie wie geplant aus den unterschiedlichsten Gründen schlicht nicht umsetzbar sind.

Gerade bei Produktionsplanungsprozessen, die sich über längere Zeit hinziehen, sollte man unbedingt prüfen, ob beide Seiten noch den gleichen Zeichnungsstand haben, oder ob die Materialwünsche gleich geblieben sind. Wichtig ist ebenso, dass auf jeder neu gefertigten Zeichnung immer wieder neu das Machbarkeits-Commitment abgegeben wird, denn das hat verständlicherweise großen Einfluss auf die Kaufentscheidung des Kunden.

„Co“ bedeutet: gemeinsam.
„Co“ bedeutet immer, etwas gemeinsam zu tun, das gilt insbesondere im Falle des Co-Engineering. Zusammengefasst bedeutet das für uns, etampa-spezifisches Prozess-Know-how bereits in einem frühen Entwicklungsstadium in das Teiledesign mit einfließen zu lassen. Was wir gemeinsam mit unseren Kunden erreichen möchten: eine perfekte und kostenoptimierte Stanz- oder Feinschneideproduktion.